| Tablette, Tee, Tinktur & Co. |
Phytopharmaka können in höchst unterschiedlicher
Form (Tees, Tabletten, Tropfen) zur Anwendung
kommen. Dafür müssen die gewünschten Wirkstoffe
zunächst möglichst effektiv aus einer Arzneipflanze
herausgelöst (= extrahiert) werden. Diese Extraktion
erfolgt mit Lösungsmitteln, im einfachsten Fall mit
Wasser; oft aber können die Wirkstoffe nur mittels
komplizierter Verfahren aus der Pflanze gelöst werden.
Dementsprechend können manche Anwendungsformen
zu Hause hergestellt werden, andere
sind dem Apothekenlabor oder der pharmazeutischen
Industrie vorbehalten.
Anwendungsformen, die selbst zubereitet werden können (siehe auch Lexikonteil):
Tee: Anwendungsformen, die von der Apotheke / Industrie hergestellt werden:
Drogenpulver: Heilpflanzen im Handel – der kleine Unterschied Früher baute man Heilkräuter selbst an oder sammelte wild wachsende Pflanzen. Sie wurden meist getrocknet und dienten so bis zur nächsten Ernte als Vorrat. Qualität und Konzentration der Wirkstoffe konnten – je nachdem an welchem Standort, zu welcher Vegetationsperiode sie gesammelt wurden, etc. – großen Schwankungen unterworfen sein. Die daraus zubereitete "Medizin" konnte also von einer Ernte zur nächsten recht unterschiedlich wirken. Pflanzliche Arzneimittel, die in der modernen Phytotherapie zur Anwendung kommen, müssen den strengen Anforderungen gültiger Arzneibücher oder vergleichbaren Vorschriften entsprechen. Um eine bestimmte Qualität zu garantieren, werden Heilpflanzen, die zu Phytopharmaka verarbeitet werden, unter kontrollierten Bedingungen kultiviert. Die Herstellung der Arzneimittel erfolgt nach standardisierten Verfahren. Somit ist eine gleichbleibende Konzentration der Wirkstoffe garantiert (Normierung). Der Wirkstoffgehalt ist auf der Packung angegeben. Manche im Handel erhältliche Präparate, die nicht als Arzneispezialitäten registriert sind, zeigen zwar werbewirksame Bilder der jeweiligen Ausgangspflanze, enthalten aber nur geringe Wirkstoffmengen. Eine echte arzneiliche Wirkung ist daher bei diesen Produkten nicht zu erwarten. Der Konsument bzw. Patient sollte deshalb gerade auch bei Phytopharmaka auf die Beratung durch Arzt oder Apotheker nicht verzichten (siehe dazu auch Seite 21, "Drin ist, was drauf steht"). |